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Studie: Was passiert, wenn Linkshänder umgeschult werden?

In der Vergangenheit wurden linkshändige Menschen oft rigoros "umgeschult" – sie sollten ordentlich wie jeder andere mit der rechten Hand schreiben. Vielen Betroffenen bereitete dies immense Probleme. Nun untersuchten Forscher der Universität Freiburg mittels eines Kernspintomografen, welche Folgen eine Umschulung im Gehirn der Umgeschulten hinterlässt.

Dazu untersuchten sie 16 Rechtshänder, Linkshänder und umgelernte Linkshänder. Während der Studie mussten die Probanden nach Erscheinen eines bestimmten Symbols so schnell wie möglich eine Taste drücken. Jeweils mit dem linken, rechten oder beiden Zeigefingern gleichzeitig.

Als die Forscher die Zentren im Gehirn beobachteten, die für die Koordination komplexer Bewegungen zuständig sind, kamen überraschende Ergebnis zu Tage. Da sich bei den umgelernten Linkshändern eine höhere Aktivität im rechten Bewegungszentrum ausmachen ließ, schlossen die Wissenschaftler daraus, dass diese mehr Aufmerksamkeitsleistung leisten müsse, um eine bestimmte Koordination zu gewährleisten.

Dies bedeutet – so die im Journal of Neuroscience veröffentlichte Studie – dass Linkshänder eben nicht einfach auf rechts umgeschult werden könnten. Es könnte demnach auch eine Erklärung dafür sein, dass umgelernte Linkshänder häufig Probleme mit der Feinmotorik aufweisen. Ein Glück also, dass die Zeiten des gnadenlosen Umschulens vorbei sind.

Quelle: Focus-Online
Bild: www.borer-cartoon.ch

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