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Syrien: Blutbad zum Ramadan

In Syrien geht Regime-Chef Baschar al-Assad weiter mit aller Härte gegen Oppositionelle und Andersdenkende vor. Gestern stürmte seine Armee nach einmonatiger Belagerung die Stadt Hama, eine Hochburg seiner Kritiker. Rund 100 Menschen wurden dabei getötet. Im ganzen Land kamen insgesamt 142 Menschen ums Leben. Heute weitete der Machthaber seinen brutalen Angriff aus und ließ Truppen in der Stadt Deir al-Zor einmarschieren. Auch Luftangriffe wurden geflogen. Bei den jüngsten Kämpfen sollen mindestens 25 Menschen getötet und weitere 65 verletzt worden sein.

Dass Baschar al-Assad gerade jetzt mit aller Macht versucht, das Volk zum Schweigen zu bringen, ist kein Zufall. Heute beginnt der Fastenmonat Ramadan, in dem sich gläubige Muslime immer wieder zum Gebet versammeln. Angefeuert durch die Protestwellen in der arabischen Welt, hatten auch die Proteste in Syrien nach Gebetsversammlungen begonnen. Der Ramadan könnte so die Protestbewegung weiter anheizen, eine Entwicklung, die Baschar al-Assad mit allen Mitteln verhindern will.

1700 Menschen ließen in den blutigen Auseinandersetzungen seit Mitte März ihr Leben. Die Proteste breiten sich im ganzen Land aus, einzig in der Hauptstadt Damaskus und Aleppo ist es noch ruhig. Genaue Einschätzungen der Lage sind jedoch schwierig, da ausländische Journalisten des Landes verwiesen wurden. Im Ausland wird das Vorgehen Baschar al-Assads gegen das eigene Volk einhellig scharf verurteilt. Von verschiedenen Seiten wird die Erhöhung des internationalen Drucks auf Syrien gefordert. Eine UN-Mission, die eine militärische Intervention beinhalten könnte, steht derzeit allerdings nicht zur Debatte.

Quelle: spiegel.de, zeit.de

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