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Terrorismus - Kampf um die Worte

Beim Kampf gegen den Terrorismus sind bereits viele (fragwürdige) Register gezogen worden. Angebliche Präventionskriege im Nahen Osten, folter-ähnliche Verhörmethoden bis hin zur Aushöhlung des Datenschutzes.

Nun aber haben die USA und Großbritannien ein neues Feld im Kampf gegen den Terror gefunden – den Kampf um die Worte!

So sollen zukünftig bei Berichterstattungen Worte wie Dschihad oder Mudschaheddin nicht mehr fallen. Die Behörden hoffen, den Hasspredigern, Bombenlegern und Selbstmordattentätern auf die Weise die für sie wichtige religiöse Legitimation für ihr Vorgehen zu nehmen.

Denn oft werde vergessen, dass derlei Begriffe zwar in unserem westlichen Kulturkreis negativ besetzt sind, diese aber in der arabischen Welt auch unter aufgeklärten Muslimen durchaus positive Konnotierung besitzen. So heiße Dschihad beispielsweise eben nicht einfach "Heiliger Krieg", sondern wörtlich übersetzt "Anstrengung im Namen Allahs". Genauso gut kann es auch "Gerechter Krieg" bedeuten.

Die Idee ist demnach, den Terrorismus, der angeblich im Namen des Islamismus ausgeübt wird, jegliche Nähe zur Religion zu nehmen. In einem aktuellen Papier des US-Heimatschutzes heißt es: "Obwohl das al Qaida-Netzwerk ... versucht, seine Taten mit der Religion zu rechtfertigen, sollten wir es als illegitime politische, terroristische, und kriminelle Organisation behandeln".

Generell solle deshalb zukünftig lediglich von Terroristen oder von gewalttätigen Extremisten gesprochen werden.

Durchaus eine interessante Idee im Kampf gegen den Terror, ob er am Ende von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt aber abzuwarten.

Quelle: Welt-Online
Bild: Dave Berger (Flickr)

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