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Tibet: Journalisten müssen raus

Die sueddeutsche berichtete heute Morgen, dass die chinesische Behörde die beiden letzten deutschen Korrespondenten aus Tibet ausgewiesen hat.

Mit der Abschiebung des China-Korrespondenten der Wochenzeitung "Die Zeit" und der Berliner "taz", Georg Blume, sowie seiner Kollegin Kristin Kupfer, die für das österreichische Magazin "Profil" in Peking akkreditiert ist, geht die Chance verloren, Informationen von Ort zu erhalten.

Blume telefonierte, bevor die Polizei die Journalisten zum Bahnhof eskortierte, mit der Deutschen Presse-Agentur dpa und berichtete, dass ein ranghoher Funktionär ihnen mit dem Entzug der Aufenthaltsgenehmigung in China drohte. Über mehrere Tage hatten sich die zwei Journalisten geweigert, das Land nach den Unruhen zu verlassen. "Uns wurde heute auf einschüchternde Weise gesagt, wenn wir jetzt nicht gehen, werden wir sehr große Probleme bekommen, und zwar auch in der Visafrage“, teilte der China-Korrespondent Blume mit. Vergeblich hatten Blume und Kupfer auf die Forderung der Europäischen Union verwiesen, unabhängige Berichterstatter in der Unruheregion zuzulassen; die EU-Botschafter hatten einen entsprechenden gemeinsamen Appell in Peking eingereicht.

Unterdessen scheint die chinesische Regierung auf die Protestbewegung in Tibet und zwei Nachbarprovinzen, Sichuan und Gansu, mit verstärkter Truppenpräsenz zu reagieren.

Ferner äußerte sich das Außenministerium in Peking "ernsthaft besorgt“ über eine Ankündigung des britischen Premierministers Gordon Brown, im Mai den Dalai Lama zu treffen. So forderte der Sprecher des Außenministeriums, dass kein Staat dem Dalai Lama ein politische Forum bieten dürfe, dieser sei nämlich ein "politischer Flüchtling, der an Aktivitäten beteiligt ist, China unter dem Deckmantel der Religion zu spalten“.

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