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Tibetische Mönche stürmen Pressekonferenz

Peking wollte einiges richten und organisierte eine Reise für auserwählte Journalisten in die tibetischen Hauptstadt Lhasa.

Die Reporter sollten sich ein eigenes Bild der Situation machen und vorgeführt bekommen, dass China Tibet im Griff hat.

Allerdings nutzten Dutzende Mönche die Situation und protestierten lautstark. Während der Rede eines chinesischen Regierungsvertreters, der sich zu den Unruhen in Lhasa äußerte, nannten ihn die Mönche einen Lügner und riefen Sätze zur Unterstützung des Dalai Lama sowie zur Religionsfreiheit. Woraufhin die Regierungsangestellte versuchten, die 26 Journalisten von den protestierenden Mönchen wegzudrängen.

"Sie wollen, dass wir den Dalai Lama vernichten, aber das ist nicht richtig", so ein Mönch während des etwa 15 Minuten langen Zwischenfalls vor dem Jokhang-Tempel. Außerdem habe der Dalai Lama nichts mit den gewaltsamen Unruhen vom 14. März zu tun.

Peking sieht im Geistlichen den Drahtzieher, der die Proteste organisiert haben soll. Er hat sich jedoch deutlich gegen Gewalt als politisches Mittel ausgesprochen. Nach den amtlichen chinesischen Darstellungen wurden bei den Protesten 20 Menschen von Tibetern getötet, davon 19 in Lhasa. Tibetische Exil-Vertreter sprechen von 135 bis 140 Toten durch die Niederschlagung der Proteste seitens der chinesischen Sicherheitskräfte.

Die Delegation der Journalisten traf gestern ein und wurde von chinesischen Behördenvertretern eng überwacht. Aus eigener Sicherheit sollte die Gruppe eng zusammenbleiben.

"Der Geruch verbrennender Gebäude liegt noch immer in der Luft", berichtete ein Reporter der "Financial Times" aus Lhasa. Die meisten Tibeter seien zu ängstlich, um Auskünfte zu erteilen. Ein Lehrer habe jedoch gesagt "Bitte, helft uns!"

Quelle: Spiegel, Focus
Bild: YouTube

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