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Tim & Struppi vor Gericht

Die beiden an sich liebenswerten Comic-Helden Tim & Struppi sind in Belgien Gegenstand einer Gerichtsverhandlung. Ein Kongolese machte das Comic 'Tim & Struppi im Kongo' (im Original 'Tintin au Congo') zu einer Strafsache. Angeblich soll das Heft vor Rassismus und Klischees nur so strotzen.

Seit 1929 gehen Tim und sein treuer Hund Struppi auf Abenteuer. Sie bereisen dabei den gesamten Globus. In einem Fall schlug es die beiden Figuren in den Kongo. Das Heft 'Tim & Struppi im Kongo' gibt es seit 1931. Doch nun wird darüber heiß diskutiert, denn der Afrikaner soll daran ziemlich unzeitgemäß dargestellt worden sein.

Der Belgier Hergé zeichnete und schrieb die Comics. Der in Belgien lebende Kongolese Bienvenu Mondondo brachte das Heft jetzt vor Gericht. Die Darstellung der Afrikaner sei widerwärtig. 'Die Menschen könnten glauben, dass Afrikaner sich seitdem nicht entwickelt hätten', zitiert der Guardian den gebürtigen Afrikaner Mondondo.

Es geht allerdings nicht um das Originalheft von 1931. Hergé machte 1946 eine Neufassung in Farbe von 'Tim & Struppi im Kongo', die bis heute zu kaufen ist. Darin nahm er viele Änderungen am Inhalt vor. So nahm er eine Szene raus, in der Tim einen Elefanten mit Dynamit in die Luft sprengte. Aber trotz der Änderungen sind in der Neufassung noch immer diskussionswürdige Abschnitte. Die Gleichheit der ethnischen Gruppen und die Rechte der Tiere würden oft verletzt. Es sei gekennzeichnet von afrikanischer Naivität und europäischem Hochmut, meint Welt online. Das Gericht in Belgien muss nun entscheiden, ob 'Tim & Struppi im Kongo' weiterhin verkauft werden darf oder wegen Rassismus zurückgezogen wird.

Bild: YouTube

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