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Titanic - Katholische Kirche klagt gegen Satiremagazin

Der Missbrauchskandal in der katholischen Kirche nimmt immer größere Ausmaße an und nun zeigt das Satiremagazin Titanic auf dem Cover ihrer aktuellen Ausgabe eine Karikatur eines missbrauchten Jesus am Kreuz - die verantwortlichen Redakteure wurden nun verklagt und dem Magazin droht eine Rüge vom Deutschen Presserat. Wie der Online-Dienst DWDL berichtet, gingen beim Presserat rund 100 Beschwerden über das Titelbild der April-Ausgabe ein. Auch zwei der verantwortlichen Redakteure wurden verklagt, die Staatsanwaltschaft in Frankfurt soll voraussichtlich nächste Woche endgültig über den Fall entscheiden.

Die Karikatur zeigt einen am Kreuz hängenden Jesus und einen katholischen Geistlichen, der sich augenscheinlich oral an ihm vergeht. Der Vorwurf in den Anzeigen lautet laut Oberstaatsanwalt Jörg Claude auf Volksverhetzung, allerdings ist eine Ermittlung wegen Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen wahrscheinlicher. Ob es zu einem Ermittlungsverfahren kommt, soll sich in der kommenden Woche entscheiden, momentan scheint dies aber eher unwahrscheinlich.

Der Deutschen Presserat reagiert ebenfalls auf die Flut von Beschwerden, die sich auf die Verletzung religiöser Gefühle, Ehrverletzung und die Missachtung der Menschenwürde beziehen. Ein Ausschuss des Presserates wird im Mai eine Entscheidung fällen, will sich aber durch die Menge der Beschwerden nicht in seinem Urteil beeinflussen lassen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt und der Deutsche Presserat agieren vollkommen unabhängig voneinander. Anträge, die Auslieferung des Magazins zu stoppen, sind eher unwahrscheinlich, ebenso wie die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche eines einzigen Beschwerdestellers.

Das Titanic Satiremagazin nimmt den Aufruhr hingegen mit Humor und bewirbt auf seiner Internetseite die 'Kirche heute'-Postkarte, das Riesenposter, die E-Postkarte und den Bildschirmhintergrund, die alle die umstrittene Karikatur zeigen. Außerdem haben sich auf Facebook bereits Gruppen zur Unterstützung des Magazins gegründet. Ob die Klagen gegen das Satiremagazin Titanic und deren Karikatur zum Missbrauchskandal in der katholischen Kirche erfolgreich sein werden, bleibt abzuwarten.

Bild: Titanic-Magazin.de

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