Excite

Tod hinter Gittern: Serienmörder Heinrich Pommerenke ist gestorben

Der Frauenmörder Heinrich Pommerenke ist 71-jährig nach fast einem halben Jahrhundert Haft im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg bei Ludwigsburg gestorben. Als am längsten inhaftierter Deutscher hält er einen traurigen Rekord. Am Samstag erlag Pommerenke den Folgen einer Blutkrankheit.

Er galt bei seiner Verurteilung im Jahr 1960 als die "Bestie in Menschengestalt" und das "Scheusal vom Schwarzwald", und das mit gerade mal Anfang 20. Der 1937 geborene Pommerenke kam Anfang der 50er-Jahre aus der DDR in den Westen. Nachdem er schon früh durch kleinere Delikte aufgefallen war, beging er im Februar 1959 seinen ersten Mord. Es sollte kein Einzelfall bleiben. Der gestörte Pommerenke hatte einen Hass gegen Frauen entwickelt und meinte sie als Wurzel allen Übels bekämpfen zu müssen. Da er keinen einheitlichen Tatmustern folgte, fiel es den Behörden lange Zeit schwer, seine Verbrechen in Zusammengang zu bringen. Nachdem er gefasst wurde und seine Geständnisse ablieferte, ergab sich für die Ermittler eine furchtbare Bilanz: Auf Pommerenkes Konto gingen vier Morde, sieben weitere Mordversuche, 25 versuchte Vergewaltigungenen und zahlreiche Raubüberfälle, Einbrüche und Diebstähle.

Gegenüber der Polizei soll er gesagt haben: "Vor Ihnen sitzt kein Mensch, sondern der Teufel." Vom Landgericht Freiburg wurde er zu sechmal lebenslänglicher Haftstrafe verurteilt, es war das bis dahin strengste Urteil der Nachkriegszeit. Es sind mehrere Versuche unternommen worden, Pommerenkes Strafe zu verkürzen und ihn psychologisch zu betreuen. Die meisten scheiterten an bürokratischen Hürden und an den Bedenken von Gutachtern. Pommerenke selbst hat einmal gesagt: "Ich möchte nicht entlassen werden, wenn die Frauen vor mir schreiend davon laufen müssen." Mitte der 90er-Jahre litt er an Nierenkrebs, bekam keine gute Prognose. Die Diskussion um Menschenwürde und ein humanes Ableben entfachten erneut. Eigentlich war seine Haftstrafe 2001 verbüßt, aber auch zu diesem Zeitpunkt stuften ihn Gutachter als ungeeignet für eine Entlassung ein.

Vor zwei Jahren bekam Heinrich Pommerenke dann einen Platz in einem Sozialtherapieprogramm. Körperlich war er schon längst stark angeschlagen und eine Leukämie-Erkrankung brachte ihn diesen Monat erneut ins Krankenhaus. Am Samstag lag er dann leblos in seinem Bett im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg. Mit dem Tod von Heinrich Pommerenke endet ein beispielloser Fall der deutschen Justizgeschichte.

Quelle: n-tv.de, sueddeutsche.de
Bild: Slogun.com

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2016