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Todesstrafen im chinesischen Milchskandal

In China sind nun mehrere Todesstrafen im Prozess um den Milchskandal verhängt worden. Insgesamt standen 21 Angeklagte im nordchinesischen Shijiazhuang vor Gericht, drei von ihnen werden hingerichtet. Dazu verhängte das Gericht zahlreiche Haftstrafen und von den rund zwei Dutzend in den Skandal verwickelten Molkereien wurden Entschädigungen in Milliardenhöhe angeboten, die die Betroffenen bislang ausschlagen.

Im vergangenen September stellte sich heraus, dass in China Unmengen verunreinigten Milchpulvers in die Babymilchproduktion gegangen waren. Der Skandal breitete sich schnell aus, sowohl auf Seiten der Opfer als auch der Täter. Nach zunächst einigen Tausend Erkrankungen lautete die schockierende Bilanz am Ende: Sechs Babys waren gestorben, 300.000 zum Teil ernsthaft erkrankt. In der Produktion streckten die Unternehmen die Milch zunächst mit Wasser und gaben dann die Industriechemikalie Melamin bei, um einen höheren Proteingehalt der Milch vorzutäuschen. Das Gift führt in größeren Mengen zu ernsthaften Problemen wie Nierenversagen. Nachdem der Skandal immer größere Kreise gezogen hatte, war unter anderem auch in Deutschland die Rede von Melamin-vergifteten Produkten.

Mit dementsprechender Härte griff die chinesische Justiz schließlich durch. Dem 40-Jährigen Zhan Yujun wurde vorgeworfen, er habe das größte Labor zur Verunreinigung betrieben. Ihm und zwei seiner Kollegen wurde die Todesstrafe ausgesprochen. Tian Wenhua war die Managerin der Molkerei Sanlu, die eine Schlüsselposition in dem Skandal einnahm. Sie wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt und drei ihrer Mitarbeiter müssen für 15 Jahre ins Gefängnis. Auch einige Personen aus dem Zwischenhandel sind verurteilt worden, 39 weitere Menschen befinden sich als Verdächtige in Haft.

Die Molkereien boten den Familien der verstorbenen und erkrankten Babys eine Entschädigung von insgesamt umgerechnet 124 Millionen Euro an. Zahlreiche Familien versuchen nun, sich vor Gericht eine höhere Summe zu erstreiten. Dazu wollen sie, dass die medizinischen Folgebehandlungen für ihre Kinder kostenfrei sind. Die strengen Haft- und Todesstrafen im Milchskandal sind nicht ungewöhnlich für die chinesische Justiz, über finanzielle Bestrafungen wird allerdings anders entschieden.

Quelle: heute.de, bild.de
Bild: YouTube

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