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Tote und Festnahmen in Tibet und den Nachbargebieten

Nach exiltibetischen Angaben sind bei den Protesten von Tibetern gegen die chinesische Fremdherrschaft in dem Hochland weitere Menschen ums Leben gekommen.
In Kardze in der chinesischen Provinz Sichuan hätten chinesische Sicherheitskräfte am Dienstag das Feuer auf eine Gruppe von Demonstranten eröffnet und mindestens drei Teilnehmer getötet. Dies berichtete das exiltibetische Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) aus Indien.

Bereits am Dienstag hatte die Organisation von mindestens 39 Opfern durch Schüsse von chinesischen Truppen in Aba in Sichuan und Machu in Gansu berichtet. Free Tibet Campaign veröffentlichte Fotos von Toten mit Schusswunden, die vom Kirti-Kloster in Aba stammten.
Weitere Proteste gab es am Dienstag auch in Gannan und Sangchu in der Provinz Gansu. Mönche und Tibeter hätten sich an beiden Orten für die Unabhängigkeit Tibets und die Rückkehr des Dalai Lamas ausgesprochen sowie die tibetische Flagge gehisst. Die chinesischen Sicherheitskräfte hätten zum Teil Tränengas eingesetzt.

20.000 Angehörige der paramilitärischen Bewaffneten Polizei (Wujing) seien von der Provinzhauptstadt Lanzhou an fünf Orte in den tibetischen Regionen von Gansu entsandt worden, berichtete Free Tibet Campaign. Augenzeugen hätten in Gannan 102 Lastwagen mit Polizeikräften gezählt, die mit Waffen und Tränengas ausgerüstet gewesen seien.

Die chinesischen Behörden nahmen in Tibet in den vergangenen Tagen nach Angaben von Aktivisten und Menschenrechtsorganisationen anscheinend Tausende Menschen fest.

Nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua haben sich rund 100 tibetische Demonstranten einen Tag nach Ablauf des Ultimatums ergeben und den Behörden gestellt. Alle Demonstranten seien an gewaltsamen Ausschreitungen beteiligt gewesen.

Gegen die Männer und Frauen werde jetzt juristisch vorgegangen, hieß es bei Xinhua. Die Regierung hatte am Sonntag erklärt, dass alle Teilnehmer an den Protesten, die sich bis Montag freiwillig stellten, mit Milde rechnen könnten. Alle anderen sollten hart bestraft werden.

Quelle: welt.de

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