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Trauerfeier für Nelson Mandela in Johannesburg - Abschied vom Nationalhelden Südafrikas

Südafrika verabschiedete sich heute mit einer bewegenden Trauerfeier von Nelson Mandela: Im Stadion von Johannesburg und bei strömendem Regen erinnerten sich zehntausende Menschen an den früheren Präsidenten und den Nationalhelden Südafrikas.

Der amerikanische Präsident Barack Obama, selbst als "wahrer Sohn afrikanischer Erde" begrüßt, hielt unter großem Jubel seine Trauerrede auf den Friedensnobelpreisträger. Nelson Mandela habe seine "Nation zur Gerechtigkeit geführt" und er würdigte den südafrikanischen Freiheitshelden als "Giganten der Geschichte". "Mandela hat seinen Zorn gedämpft und in Strukturen gegossen. Er wusste, dass sein Kampf einen Preis kostet", so Obama im Stadion in Johannesburg. Obama war mit einer einstündigen Verspätung im Stadion angekommen, weil seine Fahrzeugkolonne so lange im Johannesburger Verkehr stecken geblieben war.

Der US-Präsident bezog sich auf Mandelas wohl berühmteste Rede, in welcher dieser gesagt hatte, er wäre bereit, für seine Ideale sogar zu sterben: "Auch ich stelle mir die Frage, habe ich genug getan, um meine Ideale umzusetzen?", so Barack Obama. Er betonte zudem die absolute Notwendigkeit des friedlichen Zusammenlebens von allen Menschen - egal welche Hautfarbe sie hätten. Er richtete dabei seinen Blick auch in die Zukunft: "Wir wissen, dass die Vereinigten Staaten wie Südafrika den Jahrhundertelangen Rassismus überwinden mussten, damit ein neues Zeitalter anbrechen konnte. Michelle und ich sind Zeugen dieses Kampfes. Aber in Amerika und Südafrika dürfen wir nicht zulassen, dass alle Fortschritte den Blick verstellen, auf all das, was es noch zu tun gibt." Ausserdem lobte Obama - in Anwesenheit diverser afrikanischer Langzeitherrscher - Mandelas Bereitschaft, nach einer Legislaturperiode zurückzutreten.

Zum Abschied von Nelson Mandela am Dienstag kamen zehntausende Südafrikaner sowie Staatsgäste aus aller Welt zusammen um dem Anti-Apartheid-Kämpfer zu gedenken. Nach Regierungsangaben befanden sich 90 amtierende sowie ehemalige Staats- und Regierungschefs unter den Teilnehmern im FNB-Stadion. Auch drei Enkel von Mandela und ein Ex-Mitgefangener der Gefängnisinsel Robben Island erinnerten bei der Trauerfeier an den Verstorbenen. In ihren Reden sprachen die Enkel des südafrikanischen Freiheitskämpfers aber eher von den politischen Leistungen Mandelas - persönliche Worte fielen kaum.

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Ein weiter Ehrengast war der Bundespräsident Joachim Gauck. Neben den zahlreichen politischen Größen sind ebenso einige promimente Persönlichkeiten zu der Trauerfeier nach Südafrika gereist, so der U2-Sänger Bono, die südafrikanische Schauspielerin Charlize Theron das Topmodell Naomi Campbell.

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