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Trauerfeier für Loveparade-Opfer, OB lehnt Rücktritt weiterhin ab

Alle 20 Opfer der Duisburger Loveparade sind an Quetschungen des Brustkorbs und damit an Erstickung gestorben, das hat der Obduktionsbericht der Staatsanwaltschaft nun ergeben. Die Veranstalter hatten kurz nach der Massenpanik behauptet, die Opfer seien durch Stürze von der Treppe ums Leben gekommen und hätten sich damit falsch verhalten. Tatsächlich war der Veranstaltungssort aber ungeeignet für den größten Rave der Welt. Vier Tage nach der Katastrophe kommen immer mehr Hinweise ans Licht, dass im Duisburger Rathaus alles dafür gegeben wurde die Loveparade stattfinden lassen zu können.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland habe mit 'Säuberungswellen' kritische Mitarbeiter davon überreden können, das Großprojekt durchzuwinken, wie DerWesten.de berichtet. Fluchtwege durften danach schmaler ausfallen als vorgeschrieben und auf Feuerwehrpläne wurde ganz verzichtet. Der Wille die Loveparade um jeden Preis zu ermöglichen, kostete am Ende einen sehr hohen Preis. Den Forderungen nach Rücktritt ist Sauerland bisher nicht nachgekommen, auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft sagte: ‚Es wird am Ende auch um politische Verantwortung gehen’. Doch Sauerland will mit einem Rücktritt keine Schuld bekennen.

Doch auch Kraft setzte sich für die Loveparade als wichtigen Imagegewinn ein: 'Oberstes Ziel für NRW ist: Die Loveparade 2010 gehört ins Ruhrgebiet', ähnlich der Chef der Kulturhauptstadt, Fritz Pleitgen: 'Hier müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um dieses Fest der Szenekultur mit seiner internationalen Strahlkraft auf die Beine zu stellen' (DerWesten.de). Doch das gefundene Areal konnte dem Besucherandrang und einem sicheren Fluchtkonzept gar nicht standhalten, davor hatten im Vorfeld nicht nur Experten von Feuerwehr und Polizei gewarnt, sondern selbst ortskundige Bürger vorhergesehen.

Am Samstag ist eine zentrale Trauerfeier geplant, an der auch Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel teilnehmen werden, um den mittlerweile 20 Todesopfern zu gedenken und den weit über 500 Verletzten Mut zu machen. Duisburgs Oberbürgermeister wird dieser Veranstaltung fernbleiben, da er aufgrund etlicher Morddrohungen unter Polizeischutz stehe. Dass sich Veranstalter, Politik und Polizei immer noch gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben, wird für die Angehörigen der Opfer sicherlich einen unschönen Beigeschmack haben.

Quelle: DerWesten.de, stern.de
Bild: YouTube

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