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Türkei: Erdogan bleibt bei harter Linie

Seit gut einer Woche befindet sich Istanbul nun im Ausnahmezustand. Die Demonstrationen gegen den Bau eines Einkaufszentrums dauern weiterhin an, auch wenn sich die Lage seit Dienstag ein wenig beruhigt hat. Aber Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan tut nichts dafür, dass dies auch so bleibt.

Drei Tage lang war der türkische Premier auf Auslandsreise. Währenddessen musste er sich heftige Kritik an seinem Vorgehen gegen die Demonstranten gefallen lassen. Die USA und Deutschland schalteten sich in den Konflikt ein und forderten beide Seiten auf, angemessener zu handeln. Aber Erdogan scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen.

Nach seiner Rückkehr goss das türkische Staatsoberhaupt noch ordentlich Öl ins Feuer, anstatt die Lage zu beruhigen. Recep Tayyip Erdoğan kündigte im TV an, dass er das Bauprojekt im Gezi-Park auf jeden Fall durchsetzen wolle. Allein diese Aussage dürfte schon reichen, um die Protestaktionen wieder aufflammen zu lassen.

Doch der Ministerpräsident ging noch weiter. Die Demonstranten seien ja nur eine Minderheit. Außerdem seien darunter Mitglieder einer Terrororganisation. Kaum hatte Erdogan den Demonstranten diese Ausführungen entgegen geschmerrt, gingen diese sofort wieder auf die Straße. Eine Entspannung der Lage in der Türkei ist also nicht in Sicht.

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