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Türkei: Zwei Tote bei den Protestaktionen gegen Erdogan

In der Nacht zu Dienstag sind die Demonstrationen in der Türkei erneut eskaliert. Ein 22-Jähriger ist angeschossen worden und verstarb. Schon gestern soll ein Mann bei den Protesten ums Leben gekommen sein.

Die Proteste in der Türkei halten an: Den zweiten Tag in Folge gab es am Montag in über 48 Provinzen mehr als 90 Demonstrationen gegen die islamisch-konservative Regierung von Recep Erdogan. Vor allem in den Großstädten Ankara, Izmir und Istanbul kam es dabei zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei. Der Ruf "Diktator, tritt zurück! Wir wehren uns, bis wir gewinnen" begleitete die Demonstrationen.

Im Internet kursieren seit Sonntag Fotos einer in schwarz gekleideten Frau, die sich allein vor einen Wasserwerfer gestellt hatte. Die Bilder dieser Protestaktion sind tausendfach auf Twitter verbreitet worden. Montagabend ist ein 22-Jähriger in der Provinz Hatay von einem Unbekannten angeschossen worden. Wie der Nachrichtensender NTV unter Berufung auf die Behörden berichtete, sei der Mann in ein Krankenhaus gebracht worden und später seinen Verletzungen erlegen. Am Montag hatte es bereits ein Todesopfer gegeben. Ein Mann war bei einer Protestaktion von einem Auto überrollt worden.

Erdogan räumte zwar Fehler im harten Umgang mit den Protestlern ein, will aber dennoch nicht von seinem Kurs abrücken. Alle vier Jahre gebe es neue Wahlen in der Türkei und wem seine Politik nicht gefalle, solle im Rahmen der Wahlen seiner Meinung Ausdruck verleihen. Dennoch sieht sich Erdogan zunehmend unter Druck vom Ausland - die USA und Europa äußerten sich kritisch.

Auslöser für die Demonstrationen war die gewaltsame Auflösung eines Protests gegen ein umstrittenes Bauprojekt am Taksin-Platz in Istanbul. Ein Ende der Demos ist bisher nicht abzusehen.

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