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Ukraine: Angeblich Kind gekreuzigt worden - russische Propaganda?

Der Konflikt zwischen Russland und Ukraine weitet sich aus, nun scheint die russische Seite mit Propaganda und Falschmeldungen zu arbeiten, angeblich sollen Ukrainer öffentlich einen dreijährigen Jungen gekreuzigt haben. Das will eine Westukrainerin gesehen haben und berichtete darüber im russischen TV. Doch ihre Angaben sind sehr zweifelhaft.

Ukrainische Truppen hätten die Stadt Slowjansk übernommen und dann sei es zu dieser Schandtat gekommen. Vor der Lokalverwaltung am Leninplatz hätten sich Frauen und Kinder versammelt. "Die ukrainische Soldaten nahmen einen dreijährigen Knaben und schlugen ihn wie Jesus auf eine Tafel, einer schlug Nägel, zwei weitere hielten das Kind." Die Mutter habe alles mitansehen müssen und sei nach eineinhalb Stunden schließlich in Ohnmacht gefallen. Das berichtet die Frau, die angeblich Galina heißt und nach Russland geflüchtet ist.

Die Frau gelte in der Ukraine als Volksverräterin. Selbst ihre Mutter habe ihr gedroht, dass sie sie erschießen werde, wenn sie in ihre Heimat in der Westukraine zurückkehren würde. Allerdings wirkt die Zeugin Galina nicht gerade glaubwürdig. Denn ihr Akzent wirke nicht so, als würde sie aus der Westukraine stammen. Außerdem gäbe es in Slowjansk keinen Leninplatz, der Platz vor der Lokalverwaltung sei nach der Oktoberrevolution benannt. Dazu kommt, dass es offenbar niemanden gibt, der diese angebliche Greueltat auch gesehen hat.

In Russland sind sich Oppositionelle und Intellektuelle sicher, dass es sich bei der Geschichte um reine Propaganda handele. Vor allem, seit Wladimir Putin den Nazi-Einheizer und Propagandaminister Joseph Goebbels als talentiert bezeichnet hat, traut man dem russischen Präsidenten einiges zu. Derweil versuchen die beiden Seiten sich anzunähern. Am Dienstag sollten Klärungsgespräche zwischen ukrainischen und russischen Regierungsvertretern stattfinden. Allerdings kam es im ostukrainischen Ort Snischne zu einem Luftangriff. Ein Haus wurde zerstört und elf Zivilisten kamen ums Leben. Die prorussischen Seperatisten machen dafür die ukrainische Regierung verantwortlich. Aus Kiew war allerdings zu hören, dass es keinen Luftangriff gegeben habe.

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