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Unerlaubte Betäubung vor der Abschiebung

Dass die Vereinigten Staaten von Amerika – selbsternanntes demokratisches Vorbild der Welt – es spätestens seit den Anschlägen vom 11. September nicht sehr genau mit den Einhaltungen der Menschenrechte nehmen, haben Guantanamo oder die Waterboarding-Praktiken bereits eindrucksvoll gezeigt.

Nicht zuletzt wegen solcher Verstöße gegen sämtliche demokratischen Rechte hat das Ansehen des Landes seit der Regierung Bush extrem gelitten. Und die Meldungen reißen nicht ab...

Jetzt werden neue Verstöße gegen die Menschenrechte bekannt. Es geht um die Abschiebung illegaler Einwanderer.

Seit 2003 sollen nun 250 Fälle bekannt geworden sein, bei denen die Ausländer vor Betreten des Flugzeuges gegen ihren Willen mit Psychopharmaka ruhig gestellt worden sind. Einem Bericht zufolge wurde diese Medikation „pre-flight-cocktail“ genannt.

Medikamente, die eigentlich nur psychisch Kranken verabreicht werden, versetzten die Ausländer in einen deliriumsähnlichen Zustand um sie gefügig zu machen. Ein Vorgehen, das so ziemlich gegen sämtliche internationalen Menschenrechtskodizes verstößt.

Nun berichtet auch die Washington Post von Augenzeugen, die bei derartigen Abschiebepraktiken dabei gewesen sind. Berichtet wird von Personen, die halb bewusstlos auf die Rollbahn fielen oder von Polizeibeamten, die bei der Injektion der Medikamente sich Furcht einflößend über die Person gestellt und "gute Nacht, Schätzchen" gespottet hätten.

Wollen die USA jemals wieder ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen, muss spätestens der kommende Präsident derartige Willkür strikt unterbinden.

Quelle: Welt-Online
Bild: Brittney Bush Bollay (Flickr)

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