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Unruhen in Großbritannien dauern an

England erlebte die vierte Krawallnacht in Folge. Während es dank massiven Polizeiaufgebots in London diesmal ruhig blieb, kam es in anderen Städten zu heftigen Ausschreitungen. In Birmingham wurden drei Menschen getötet, inwiefern deren Tod mit den Jugendkrawallen in Verbindung stehen, ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Die drei Menschen wurden vor einer Tankstelle von einem Auto überfahren und starben kurz darauf im Krankenhaus. Der Täter konnte gefasst werden, es wird wegen Mordes gegen ihn ermittelt. Besonders heftig entluden sich die Unruhen diesmal auch in Manchester, wo Geschäfte geplündert und Gebäude angezündet wurden. Auch in Nottingham kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei, es wurden über 90 Menschen festgenommen. In Liverpool und Leicester gab es ebenfalls erneut Krawallaktionen.

Die Briten blicken entsetzt auf ihre marodierende Jugend. Premierminister Cameron kündigte an, mit harter Hand gegen die Krawallmacher vorzugehen. Durch ein flächendeckendes System an Videokameras im öffentlichen Raum, können viele der Täter leicht identifiziert werden. In London scheint die Bevölkerung nur bedingt auf die Polizei zu vertrauen, weshalb sich in einigen Stadtteilen bereits Bürgerwehren formierten.

Auslöser der Unruhen in Großbritannien war der Tod des 29jährigen Mark Duggan, der von der Polizei erschossen wurde. Der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt warnt in der 'Bild'-Zeitung, dass ein ähnlicher Auslöser auch in Deutschlands Großstädten zu Ausschreitungen führen könnte, da es auch hier eine Melange aus 'krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten' gebe, die er für die Ursachen der britischen Ausschreitungen hält.

Quelle: spiegel.de, sueddeutsche.de

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