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Unruhen in Libyen geraten außer Kontrolle

Die Unruhen in Libyen geraten außer Kontrolle, Gewalt und Verwüstung sorgen für zahlreiche Tote in der Hauptstadt Tripolis. Die Bürger fordern nach dem Vorbild der Revolutionen in Tunesien und Ägypten das Ende des Regimes von Muammar el Gaddafi. Davor schrecken sie auch nicht vor Regierungsgebäuden und Fernsehsendern zurück. Sicherheitskräfte reagieren mit brutaler Gewalt, in Libyen herrschen längst bürgerkriegsähnliche Zustände.

Die Revolution in Nordafrika geht weiter. Inzwischen fordern die Bürger Libyens mehr Presse- und Bürgerfreiheiten, gestern Abend hatte Gaddafis Sohn Seif el Islam bereits angekündigt, dass es Reformen für neue Rechte und Strafgesetze geben würde. Gleichzeitig schloss er laut AFP aber aus, dass sein Vater abdanke. Der Herrscher selbst sei inzwischen nach Venezuela geflüchtet, zitiert 'tagesschau.de' einen hochrangigen Diplomaten.

Brennende Gebäude, Verletzte und Aufmärsche in Tripolis

Für die Regierungsgegner ist das zu halbherzig, zu wenig. Die Proteste sind inzwischen von Bengasi auf die Hauptstadt Tripolis übergegangen. In der Nacht zum Montag ist das Gebäude des Volkskongresses niedergebrannt worden, außerdem hätten die Demonstranten die Räumlichkeiten des staatlichen Fernsehens verwüstet und geplündert, berichtet 'Spiegel Online'. An mehreren Stellen seien weitere Gebäude in Tripolis angezündet worden, Gaddafis Armee geht mit voller Gewalt gegen die Protestanten vor.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch spricht bereits von 233 Toten, Gadaffis Sohn wirft den ausländischen Medien Übertreibung vor und meinte, es handle sich um nicht mehr als 84 Tote. Gleichzeitig drohte er, dass es aber tausende sein werden, wenn man sich nicht auf die Reformen des Regimes einlasse. Internationale Unternehmen ziehen derweil ihre Mitarbeiter aus Libyen ab, die auswärtigen Ämter raten wegen der Unruhen dringend von Reisen in das nordafrikanische Land ab. Konzerne wie BP bereiten sorgfältig eine Evakuierung vor, der norwegische Öl-Produzent Statoil hat den Sitz in Tripolis bereits geschlossen.

Die Gewalt auf den Straßen Libyens ist außer Kontrolle geraten

Das internationale Echo auf die Gewalt in Libyen ist erwartungsgemäß enorm. Die Bundesregierung verurteilt das Vorgehen der libyschen Regierung und fordert einen friedlichen Dialog, das dürfte inzwischen schwierig werden: Scheinbar haben sich die Sicherheitskräfte bereits aus mehreren Städten vollständig zurückgezogen, weil einzelne Stämme Gaddafi ihre Folgschaft bereits kündigten und dort die Protestanten herrschen.

Eine weitere Revolution wie in Tunesien und Ägypten scheint unabdingbar, gleichzeitig gestaltet sich der Prozess aber weitaus schwieriger und Gaddafi kündigte an 'bis zum letzten Mann' zu kämpfen. Derzeit kann nur spekuliert werden, wie sich die Unruhen in Libyen weiter entwickeln.

Bild: YouTube

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