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Unwort des Jahres: Alternativlos

Das Unwort des Jahres 2010 ist gewählt, es lautet 'alternativlos' und wurde zu oft in der Politik gebraucht, als dass es noch eine Wirkung habe. Seit 1990 wird das Unwort des Jahres von einer sechsköpfigen Jury bestimmt. Im letzten Jahr war es 'betriebsratsverseucht'.

Aus 1.120 Vorschlägen wählte die Jury um den emeritierten Germanistikprofessor Horst Dieter Schlosser und Literaturkritiker Hellmuth Karasek aus. Die Entscheidungskomission sah keine andere Alternative als 'alternativlos'. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte dieses Wort im Zuge der Griechenlandkrise.

Als Begründung für die Entscheidung sagte Schlosser laut der Website der Tagesschau: 'Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe.' Auch andere Politiker hätten das Wort 'alternativlos' im Zuge von Stuttgart 21, der Gesundheitsreform oder den Ausbau des Frankfurter Flughafens benutzt und damit die Politikverdrossenheit im Volke nur verstärkt.

Das Wort 'Integrationsverweiger', das Innenminister Thomas de Maiziére in Umlauf brachte, wurde gerügt. Es unterstelle, dass Migranten ihre Integration selbst verweigern würden und blende andere Hindernisse aus. Weitere Vorschläge, die es weit brachten, waren 'Geschwätz des Augenblicks', 'Steuersünder', 'Schwarzsparer', 'Brückentechnologie' und 'Sparpaket'. Am Ende wurde dann 'alternativlos' zum Unwort des Jahres 2010 gekürt.

Bild: pixelio

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