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Ursache gefunden für mysteriöses Strahlenereignis im 8. Jahrhundert

Im Sommer des letzten Jahres haben japanische Wissenschaftler anhand der Jahresringe von Bäumen einen Anstieg des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops 14C entdeckt. Wissenschaftler weltweit rätselten darüber, was der Auslöser für das mysteriöse Strahlungsereignis zwischen 774 und 775 gewesen sein könnte.

Kürzlich machten US-Wissenschaftler einen Sonnenausbruch für das Ereignis verantwortlich, aber Forscher der Universität Jena glauben, dass ein sogenannter Gammastrahlenblitz, eine kosmischen Explosion, die Werte in die Höhe schießen ließ.

Der Wissenschaftler Prof. Dr. Ralph Neuhäuser und Dr. Valeri Hambaryan haben Hinweise auf solch einen kurzen Gammastrahlenblitz in unserer Galaxie gefunden. "Wir gehen davon aus, dass es damals in 3.000 bis 12.000 Lichtjahren Entfernung einen kurzen Gammablitz gegeben hat", erklärt Prof. Neuhäuser. "Wahrscheinlich durch die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher, Neutronensterne oder Weißer Zwerge."

Diese vielleicht zwei Sekunden währende Explosion hat eine gewaltige Energiemenge freigesetzt und die Strahlen rasten blitzartig durch das All. In der Erdatmosphäre kam davon noch etwa die Energie von 14.000 Hiroshima-Atombomben an. Als Folge auf die kosmischer Strahlung stiegen der Anteil des radioaktiven Kohlenstoffs 14C und des Beryllium-Isotops 10Be in der Erdatmosphäre. "Solche Blitze lassen sich auch noch in vielen tausend Lichtjahren Entfernung von der Erde aus beobachten", so lautet die Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Das Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" bestätigte, dass es sich um "die erste plausible Erklärung für ein Ereignis, das vor mehr als 1.200 Jahrenunseren Planeten erschütterte" handele.

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