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Urteil im Fall Muntaser el Saidi: Drei Jahre Haft für den Bush-Schuhwerfer

Der irakische Fernsehjournalist el-Saidi hatte international für großes Aufsehen gesorgt, als er den amtierenden US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush bei einer Pressekonferenz mit seinen Schuhen bewarf. Nun wurde er – wie Heute.de berichtet – durch ein Gericht in Bagdad zu drei Jahren Haft verurteilt – el-Saidi selbst hatte während des gesamten Prozesses auf nicht-schuldig plädiert.

Obwohl das Urteil auch durchaus noch höher hätte ausfallen können, die Justiz warf ihm "Aggression gegen den Präsidenten eines ausländischen Saates" vor, geht el-Saidi nun in die Revision. Er und sein Anwalt werfen dem irakischen Ministerpräsidenten al Maliki vor, "Agenten der USA zu sein". Seine Tat erklärte er indes damit, dass er "beim Anblick des Verantwortlichen für die in Irak begangenen Verbrechen" einfach die Kontrolle verloren habe.

Insgesamt waren etwa 200 Zuschauer zur Abschlusssitzung der Verhandlung gekommen, der Prozess hatte bereits am 19. Januar begonnen. Unter den Anwesenden war auch el-Saidis Schwester, nach der Verkündigung des Urteils brach sie in Tränen aus. Und auch Al-Saidi selbst konnte seine Tränen einmal nicht mehr zurückhalten.

Während des Prozesses hatten ihm anwesende Journalisten mitgeteilt, dass zwei seiner engsten Kollegen beim privaten Sender Al-Bagdadija am vergangenen Dienstag bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen seien. Der Anschlag hatte sich in der Kleinstadt Abu Ghoreib ereignet. Kurz nach dieser Hiobsbotschaft folgte dann das Urteil im Schuhwerfer-Prozess, wie es genau für el-Saidi aber nun weitergeht, ist noch offen.

Bild: CNN.com

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