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USA: 84-jährige Nonne wurde zu drei Jahren Haft verurteilt

  • Knoxville News Sentinel/Youtube

USA: Eine 84 Jahre alte katholischen Nonne protestierte gegen Atomstrom - nun muss sie wegen ihres Atomprotests für fast drei Jahre ins Gefängnis gehen.

Im Jahr 2012 war Megan Rice zusammen mit zwei weiteren Friedensaktivisten - einer 64 und der andere 58 Jahre alt - in Oak Ridge (Tennessee) unbefugt auf das Gelände einer wichtigen Atomanlage eingedrungen. Ein Gericht verurteilte die 84-jährige Nonne nun zu zu 35 Monaten Gefängnis. Ihre Komplizen sind zu jeweils fünf Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Alle drei befinden sich seit vergangenem Mai hinter Gittern. Sie sind wegen "versuchter Verletzung der nationalen Verteidigung" sowie wegen "Schädigung staatlichen Eigentums" schuldig gesprochen worden.

Die Atomanlage Y-12, in die die Nonne zusammen mit den anderen Aktivisten eingebrochen war, gilt als eine der bedeutendsten Lagerstätten Amerikas für waffenfähiges, hochangereichertes Uran. Laut Anklageschrift hatten sich die drei Atom-Aktivisten ihren Weg durch drei Zäune geschnitten. Danach bewarfen sie die Mauern des Lagerhauses mit Babyflaschen, die mit Menschenblut gefüllt waren und sie besprühten die Wände mit Friedensbotschaften. Zudem brachen sie mit Hämmern ein paar Steine lose. Ihrer Festnahme erfolgte ohne Widerstand.

Als der Fall an die Öffentlichkeit gelangte, setzten sich Menschen weltweit für ein mildes Urteil ein und schrieben zu Hunderten an den Richter. Dieser hingehen ließ sich nicht beirren und verhängte Strafen, die "andere von ähnlichen Straftaten zur Verfolgung politischer Ziele" abschrecken sollen. Ende Januar wurden Nonne Rice und die beiden Mitstreiter bereits zu einer Zahlung von ca 39 000 Euro Schadensersatz verurteilt.

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