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USA - Die feierliche Amtseinführung Barack Obamas

Die Vereidigung und Amtseinführung Barack Obamas wurde zu dem amerikanischen Fest, das der neue US-Präsident im Vorfeld versprochen hatte und für ihn selbst zu einem Party-Marathon, bei dem so mancher Student schlapp gemacht hätte. Bereits am Montag wurde der amerikanische Hoffnungsträger auf einem Megakonzert besungen und Washingtons Straßen waren schon seit dem Wochenende mit Millionen seiner Fans gefüllt. Gestern um 12:00 ging es dann los für Obama, die Welt schaute auf die USA...

Den rund zwei Millionen Menschen machten die Minusgrade nichts aus, soviel war klar. Über 10.000 Sonderbusse brachten Leute aus anderen Städten zur Amtseinführung Obamas, das Chaos war vorprogrammiert. Vor den 5000 Toilettenhäuschen waren schnell lange Schlangen zu sehen, Restaurants und Läden mussten teilweise ihre WCs dicht machen, um dem Chaos zu entgehen. Das waren ähnliche Zustände wie auf einem großen Musikfestival und auch hier ließen sich die Menschen davon die Laune nicht verderben. Zuvor erreichten ganze LKW-Ladungen an Obama-Transparenten, T-Shirts und Fähnchen Washington, diese überdeckten inzwischen längst die ganze Stadt. Den immer besser werdenden Umfragewerten Barack Obamas stehen die zerschmetternden Zahlen des scheidenden Präsidenten George W. Bush entgegen. Nur noch 22 Prozent hätten hinter ihm gestanden und das war gestern deutlich zu spüren. Als er auf dem Balkon des Kapitols Abschied vom amerikanischen Volk nahm, waren für ihn und seinen Vize Dick Cheney hauptsächlich Buh-Rufe zu hören. Es war ein wenig wie bei einem Fußballspiel, nur, dass mehr Menschen da waren.

Um 12:05 dann wurde Barack Obama mit fünf Minuten Verspätungen wegen Verzögerungen im Programmablauf ganz offiziell zum US- Präsidenten vereidigt und hielt seine Amtsantrittsrede. Plötzlich befand er sich über einem Meer von Tränen der Rührung. Anschließend brachte er Bush und dessen Frau noch zum Helikopter, der das ehemalie Staatsoberhaupt zum Flughafen transportierte, von wo es nach Texas ging. Danach widmete Barack Obama sich wieder seinen Fans. Gemeinsam mit Ehefrau Michelle fuhr er in einer schwarzen Limousine vom Kapitol in Richtung Weißes Haus. Plötzlich stiegen sie aus und gingen unter dem Jubel der zwei Millionen Menschen zu Fuß weiter zu ihrem neuen Wohnsitz.

Auch wenn nicht alles nach Plan gelaufen ist bei der feierlichen Amtseinführung, so kann man bei dem 150-Millionen-Dollar-Spektakel sicherlich von einer erfolgreichen Zeremonie sprechen. Man investierte zuvor sogar große Summen, um die Mobilfunknetzte in Washington stabil zu halten und appelierte an die Gäste, sich mit dem Telefonieren und Versenden von Botschaften etwas zurückzuhalten. Einen totalen Zusammenbruch gab es tatsächlich nicht, auch das Internet hielt dem Ansturm stand: Auf Tausenden von Webseiten konnte die Amtseinführung live angeschaut werden, viele der Eindrücke kamen von Bloggern vor Ort und wurden mit modernster Technik direkts ins Netz übertragen.

Für den neuen US-Präsidenten ging es aber am Abend erst richtig los. Auf rund zehn verschiedenen Ball-Veranstaltungen tauchten Barack und Michelle Obama in frischer Garderobe und mit fröhlicher Stimmung auf. Der 47-Jährige startete charmant mit Aussagen wie "Zuerst einmal, wie gut sieht meine Frau aus?", tanzte brav und vertraut mit ihr und pflegte auch am Abend seine charismatischen Appelle: "Ich hoffe, ihr alle werdet immer daran denken, um was es bei diesem Wahlkampf gegangen ist und was hoffentlich auch diese Präsidentschaft bestimmt. Es geht um euch, dass ihr euch einbringt, zusammenarbeitet und versucht, unsere Differenzen zu überwinden, um die Art von Welt zu schaffen, die wir unseren Kindern und Amerika weitergeben wollen."

Barack Obamas erster Tanz als US-Präsident mit der First Lady Michelle

Auf den Veranstaltungen gab es Auftritte von Beyoncé Knowles, Sheryl Crow, Kid Rock, Mary J. Blige, Shakira und vielen anderen. Überall auf der Welt gratulieren Politiker. Bundespräsident Horst Köhler z.B. sagte: "Deutschland weiß sich den Vereinigten Staaten besonders verbunden. Dass wir Deutsche in diesem Jahr Freiheit und Einheit feiern können, verdanken wir ganz besonders auch unseren amerikanischen Freunden und Partnern." Alles in allem war es das Fest, das Barack Obama verprochen hatte, eben eine Amtseinführung im Stile von "Yes We Can!"

Quelle: Welt Online, FOCUS Online, Bild.de, Stern.de
Bild: YouTube

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