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US-Präsidentschaftswahl – Nominierungsparteitag der Republikaner

In den Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl liegt der demokratische Senator Barack Obama eigentlich seit Wochen mehr oder weniger deutlich vor seinem republikanischen Kandidaten John McCain – nach seiner pompösen Nominierung vergangene Woche beträgt der Vorsprung auf McCain um die sechs Prozent. Nun sollte der Nominierungs-Parteitag der Republikaner die endgültige Wende bringen.

Sehr unruhig war es in den letzten Tagen rund um diesen Parteitag. Erst nominierte John McCain die streng konservative Gouverneurin von Alaska Sarah Palin als seine Vize-Präsidentin, die außerhalb dieser Exklave den US-Bürgern völlig unbekannt ist, dann sollte der Parteitag fast komplett abgesagt werden, da man im Zuge des Hurrikan Gustav keine Feierlichkeiten abhalten wollte.

Aber wieder kam es anders – zwar verlor besagter Hurrikan seine zerstörerische Kraft, so dass entschieden wurde, nun doch einen größeren Parteitag abzuhalten, dann aber kam die Katastrophe von einer ganz anderen Seite. Scheinbar aus dem Nichts kam die Nachricht, dass Palins minderjährige Tochter schwanger sei. Eigentlich nichts dramatisches, nicht jedoch in den USA – besonders wenn man als ultra-konservative Politikerin vehement gegen Abtreibung und den Sexualkundeunterricht in Schulen eintritt, wie es Palin tut.

Nun stellte sich die republikanische Partei demonstrativ hinter ihre designierte Vize-Präsidentin. Vor 2400 Delegierten der Republikaner in Minneapolis-St. Paul in Minnesota stellten sich ehemalige Kandidaten wie Mitt Romney oder Rudy Giuliani hinter Palin und beschimpften Obamas Wahlkampfmotto des Wandels als Augenwischerei.

Und schließlich kam es in der vergangenen Nacht auch zum lang erwarteten Auftritt von Sarah Palin. Bezüglich ihrer kritisierten fehlenden politischen Erfahrung ging sie in die Offensive und betonte ihre Arbeit als Gouverneurin, auf die Kritik bezüglich einer möglichen Doppelmoral im Falle ihrer Tochter ging sie mit keinem Wort ein. Am Ende rief sie laut aus: "Ich gehe nach Washington, um den Menschen in diesem Land zu dienen." Und auch McCain, der sich nach ihrer Rede erstmals beim Nominierungsparteitag der Republikaner zu sehen gab, zeigte sich begeistert vom Auftritt seiner Vize-Kandidatin.

Quelle: Spiegel-Online
Bild: CNN

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