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US-Überwachungsskandal: Schule bespitzelt seine Schüler via Notebooks

Eine Schule wird zum Überwachungsstaat: Mit präparierten Schul-Notebooks hat die Schulleitung der Highschool Lower Merion in Pennysilvannia ständig Infos und Bilder darüber, was ihre Schüler gerade machen. Die sind davon natürlich völlig ahnungslos.

Die DDR gibt es seit über 20 Jahren nicht mehr. In den USA feiert die Stasi anscheinend gerade ein Comeback. Der Überwachungsfall kam ins Rollen, als auf dem US-Newsportal 'Philadelphia Inquirer' ein Bild eines schlafenden 15-jährigen Schülers veröffentlicht wurde. Das Bild stamme von der Webcam seines Schul-Notebooks. Der Name des Schülers ist Blake Robbins. Der hatte von dem Foto keine Ahnung. Seine Eltern stellten Anzeige gegen die Schule.

Nun steht der Schulleitung der Highschool Lower Merion ein unangenehmes Gerichtsverfahren ins Haus. Sie müssen sich wegen illegaler Überwachungsmethoden verantworten. Im Zuge der Ermittlungen kam ans Tageslicht, dass insgesamt 1.800 mit Webcam ausgestattete Notebooks an die Schüler verteilt wurden. Allein von Blake Robbins gibt es 400 Aufnahmen. Insgesamt wurden 56.000 Fotos geschossen, berichtet philly.com.

Dass der Fall ans Tageslicht kam, hat vor allem mit einem sehr ungeschickten Verhalten der Schulleitung zu tun. Die schickte einen Brief an die Eltern von Robbins und rügte den Schüler darin wegen 'Ungebührendes Benehmen Zuhause'. Da wurde den Robbins bewusst, dass ihr Sohn überwacht wurde. Angeblich habe er in seinem Zimmer Drogen konsumiert. In Wahrheit waren es nur Süßigkeiten.

Die IT-Verantwortliche der Schule Carol Cafiero gab laut dem Schweizer Nachrichtenmagazin '20Minuten' schon zu, dass sie im Auftrage der Schulleitung gehandelt habe. In einem Schreiben würde die Aktion als 'kleine Lower Merion Schulbezirk Soap Opera' bezeichnet. Cafiero sagte weiter: 'Ich weiß, ich liebe es.' Mehr Aussagen machte sie nicht, weil sie sich nicht mehr belasten wollte.

Laut dem Schulbezirkssprecher Douglas Young sei das ganze bloß eine 'Diebstahlsicherung'. Man bedauere, dass man die Eltern nicht im Vorfeld informiert habe. Und Blake Robbins habe man besonders überwacht, weil seine Eltern den Versicherungsbeitrag von 55 Euro nicht zahlten. Aus all diesen kleinen Details und falschen Verdächtigungen wurde nun eine Überwachungsskandal an einer Highschool in Pennysilvannia.

Bild: Screenshot philly.com

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