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Wahlfreiheit für Eltern - Betreuungsgeld oder Kita-Platz?

Von heute an können Eltern wählen: Betreuungsgeld oder Kita-Platz? Auf beides haben sie ab dem 1. August 2013 einen Rechtsanspruch. Für alle Ein- und Zweijährigen kann entweder ein Platz in einer Kita oder das Betreuungsgeld geltend gemacht werden. Werden die Kinder zuhause betreut, zahlt der Staat monatlich 100 Euro, ab August 2014 sogar 150 Euro.

Das Betreuungsgeld ist jedoch heftig umstritten und Bildungs- und Migrationsexperten glauben, dass die als Herdprämie verspottete Leistung falsche Anreize setzten könnten. Vor allem Kinder aus bildungsfernen Milieus würde die Möglichkeit der frühkindlicher Förderung, wie sie in staatlichen Kitas garantiert sei, genommen.

Im Jahr 2008 hatte die große Koalition im Bundestag beschlossen, die Kinderbetreuung massiv auszubauen. Im konservativen Bayern, wo in vielen Fällen nach wie vor der Vater als Alleinverdiener für die Familie sorgt und die Frau für die Kindererziehung auf ihre eigene Karriere verzichtet, hatte man Angst vor einer Herabwürdigung des traditionellen Familienbilds. Die CSU bestand auf eine Wahlmöglichkeit für Familien, die ihre Kinder nicht in eine staatliche Einrichtung geben wollen, sondern den Nachwuchs lieber zuhause groß ziehen möchten. Die Idee vom Betreuungsgeld war geboren.

Die SPD hat angekündigt, dass sie im Falle eines Wahlsieges das Betreuungsgeld wieder abschaffen will. Das so eingesparte Geld, rund Vier-Milliarden Euro, sollen für den weiteren Ausbau von Kita-Plätzen genutzt werden. Neben mehr Plätzen soll auch die Qualität der Betreuung verbessert werden und die Ausgaben für die Betriebskosten der Kitas soll sich laut SPD auf 840 Euro pro Kind verdoppeln. Darüber hinaus möchten sie im Lauf der kommenden Jahre die Kita-Gebühren streichen. Eltern würden damit bis zu 160 Euro monatlich einsparen.

Noch hat die SPD aber die Wahl nicht gewonnen und Eltern haben die Wahl: Kita-Platz oder Tagesmutter - oder eben das Betreuungsgeld. Der Anspruch auf das Betreuungsgeld gilt für alle Kinder, die nach dem 1. August 2012 geboren worden sind und geht an Eltern, die ihren Nachwuchs selbst betreuen oder von einer Nanny, den Großeltern oder auch in einer privaten Spielgruppe betreuen lassen.

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