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Was hat Jassir Arafat umgebracht?

Es ist nichts umgewöhnliches, wenn eine Leiche obduziert wird. Nicht ganz alltäglich ist es allerdings, dies erst acht Jahre nach dem Tod zu tun. Im Falle des ehemaligen Palästinenserchefs Jassir Arafat ist dies aber nun so. Seit mehr als zwei Wochen tragen palästinensische Arbeiter die Betonschicht ab, die das Grab des früheren PLO-Chefs bedeckt. Eine Obduktion scheint vor acht Jahren nicht vorgesehen gewesen zu sein.

Doch nun soll sie doch durchgeführt werden. Die Witwe Suha Arafat, die auf Kosten der PLO mit ihrer Tochter in einem Pariser Luxushotel lebt, hat die französische Polizei gebeten, eine Mordermittlung einzuleiten. Sie glaubt nicht an einen natürlichen Tod ihres Mannes. Eine Dokumentation des arabischen Fernsehsenders al-Dschasira mit dem Titel "Was hat Arafat umgebracht", brachte sie wohl auf diese Idee. Und sie könnte richtig liegen. Denn Schweizer Wissenschaftler haben Spuren des radioaktiven Giftes Polonium-210 an der Wäsche und der Zahnbürste von Arafat festgestellt. Mit diesem Gift wurde 2006 der russische Regimekritiker Alexander Litwinenko ermordet.

Nun sollen also Experten aus Frankreich, der Schweiz und Russland diese Obduktion durchführen. In Palästina glaubt man, dass Israel hinter dem Mord steckt. „Ich bin davon überzeugt, dass Israel hinter seinem Tod steht“, sagt Aschraf al-Adschrami von der Tageszeitung Al Ayyam jetzt laut der TAZ.

Allerdings war Arafat vor seinem Tod längst politisch abgeschnitten und vom damaligen israelischen Regierungschef Ariel Sharon besänftigt worden. Dessen damaliger Bürochef sagte nun außerdem, dass man genügend Gelegenheiten gehabt habe, Arafat zu ermorden. Man habe aber mit dem Tod nichts zu tun. In Israel hielt sich jahrelang das Gerücht, dass Arafat an Aids gestorben sei. Die genauen Umstände sollen nun also geklärt werden.

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