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Weitere Tote nach Erdbeben in Italien

Nach dem schlimmen Erdbeben in den italienischen Abruzzen fällt den Rettungskräften die Suche nach Überlebenden weiterhin schwer. Seit mehr als 50 Stunden arbeiten die inzwischen 5000 Retter in den Trümmern, aber die Fakten machen wenig Mut: Inzwischen sind 250 Leichen geborgen worden.

Was den Einsatz der Rettungskräfte zusätzlich erschwert, sind die ständigen Nachbeben. "FOCUS Online" berichtet, seit der Katastrophe in der Nacht zum Montag habe die Erde mehr als 280 mal gewackelt. Diese kleineren Eben bringen angeschlagene Gebäude zum Einsturz und machen die Arbeit in den Ruinen teilweise unmöglich. Meterhohe Geröll- und Schuttschichten blockieren die Straßen, neben den offiziellen Helfern graben sich auch Familienmitglieder und Freunde mit den bloßen Händen durch Berge aus Gemäuer, Möbeln und Ziegelsteinen. Durch die vielen Nachbeben ist die Bevölkerung in hoher Reaktionsbereitschaft. Gefälschte SMS und Anrufe von angeblichen Zivilschützern über bevorstehende Nachbeben lösten teilweise Massenpaniken aus.

Laut "Welt Online" konnten inzwischen 150 Menschen lebend aus den Trümmern geborgen werden. Mit Hunden, Mikrofonen oder Kameras konnten die Experten immer wieder die Orte ausfindig machen, an denen Opfer begraben lagen, teilweise machten aber auch ein Schrei oder ein Handyklingeln darauf aufmerksam. In einem Dorf vor L'Aquila wurde ein zweijähriges Kind ausgegraben, das vom Körper ihrer toten Mutter geschützt wurde. Eine 24-Jährige Studentin konnte nach fünfstündiger Arbeit aus den Trümmern eines Hause gerettet werden, sie verbrachte dort zuvor 23 Stunden. Ebenso wird von der Rettungsaktion einer 98-Jährigen berichtet, die sich die schreckliche Zeit in einem winzigen Eckchen unter den Trümmern mit Häkeln vertrieb.

Nach einem Bericht von "Tagesschau.de" werden noch immer 11 Menschen vermisst. Die Aussagen über die Anzahl der Menschen, die ihr zu Hause verloren haben, schwanken zwischen 25.000 und 50.000. Silvio Berlusconi versicherte den Menschen in L'Aquila: "Wir lassen euch nicht im Stich", und sprach bereits von einem modernen Wiederaufbau der Stadt. Ein großes Thema nach der Katastrophe und vor einem Wiederaufbau ist die Sicherheit. Die Bauweise im italienischen L'Aquila war diesem schweren Erdbeben nämlich in keinster Weise gewachsen.

Aktualisierung 17:50 Uhr

Mittlerweile ist die Zahl der Toten auf 260 gestiegen, darunter 16 Kinder. Weiter schreibt die italienische Tageszeitung 'Corriere della Sera', dass nun bereits seit dem ersten Beben insgesamt 350 Nachbeben gezählt wurden. Vermisst werden anscheinend noch zwischen 11-30 Menschen.

Bild: LaPresse

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