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Welt-Aids-Tag ruft zu mehr Verantwortung auf und veröffentlicht erschreckende Zahlen

Obwohl seit vielen Jahren eine intensive Aufklärung getrieben wird und heute mehr Kondome als je zuvor verkauft werden, wurden dieses Jahr so viele HIV-Positive gezählt wie selten zuvor. Am 1. Dezember ruft die Weltgesundheitsorganisation WHO seit 1988 den Welt-Aids Tag aus. Auf den Straßen dieser Welt werden heute deshalb die roten Schleifen verkauft, die der AIDS-Aufklärung zugute kommen. Auch dieses Jahr steht der Tag wieder unter dem Motto "Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung – für uns selbst und andere".

Über 60.000 Menschen haben sich in Deutschland bisher mit dem HI-Virus infiziert. Darunter sind mehr als 50.000 Männer, die hauptsächlich über Sexualkontakte mit Gleichgeschlechtlichen oder im Drogenmilieu an Aids erkrankt sind. Am traurigsten: Auch fünf Kinder haben sich dieses Jahr mit Aids angesteckt. Mittlerweile sind etwa 27.500 Menschen in Deutschland an den Folgen der Immunschwäche-Krankheit gestorben.

In 2008 wurde nach Angaben des Robert Koch Instituts 3000mal die Diagnose HIV-Positiv gestellt. "Das sind 3000 Einzelschicksale, für die es immer noch keine Heilung gibt", weiß die Sprecherin des Instituts Susanne Glasmacher. "Wir sind aber froh, dass die Zahl der Neudiagnosen nicht weiter steigt." Denn seit 1999 wächst die Rate der Infizierten rasant weiter. Dagegen kämpfen vor allem die Deutsche Aidshilfe und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, deren Sprecherin Marita Völker-Albert davon berichtet, dass im letzten Jahr immerhin 209 Millionen Kondome verkauft wurden: "Laut Umfragen verwenden 80 Prozent der allein lebenden Deutschen unter 45 zu Beginn einer neuen Beziehung Kondome. Das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr."

Besonders die Hochrisikogruppe der schwulen Männer sollte sich einem Aids-Test unterziehen, die Untersuchungen fanden dieses Jahr einen rekordverdächtigen Zuspruch. Doch lässt sich nicht genau sagen, wann man sich infiziert hat und ob das Virus nicht schon länger in einem schlummert. Dazu kommt: "Aids hat nicht mehr den Schrecken wie noch 1995, als es die schlimmste Krankheit schlechthin war", bedauert Völker-Albert: "Die Erfolgsmeldungen führen auch dazu, dass die gefühlte Bedrohung für den Einzelnen ein Stück sinkt."

Norbert Brockmeyer, von der Klinik für Dermatologie und Allergologie an der Ruhr-Universität Bochum berichtet: "Insgesamt kann man sagen, dass ein Deutscher, der sich heute mit dem HI-Virus infiziert, noch eine restliche Lebenserwartung von etwa 30 Jahren hat." Dieser Trend sei auch darin begründet, dass die HIV-Infizierten früher als bisher so genannte antiretrovirale Medikamente verabreicht bekommen, die den Erreger daran hindern sollen, das Immunsystem ihres Wirtes schmerzhaft in die Knie zu zwingen.

Gentherapien und Heilungsversuche mit Stammzellen versprechen zumindest Hoffnung auf eine dauerhafte Abwehr und Genesung vor der schrecklichen Krankheit. Bisher sind unliebsame Nebenwirkungen und Resistenzen gegen die Medikamente die Folge der Behandlung, doch die Forscher sind sich einig, dass dies der beste Weg ist, ihren Patienten die größtmögliche Chance auf Heilung zu ermöglichen. Ein Gegenmittel ist trotz mancher Meldungen immer noch nicht gefunden. Bis dahin bleibt Prävention, Aufklärung und Verantwortung das oberste Ziel des Welt-Aids Tages.

Quelle: focus.de, weltaidstag.com
Bild: weltaidstag.com

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