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Weltjugendtag in Sidney

Seit Vorgestern ist der Weltjugendtag in Sidney. Was sich wie ein einziger Tag anhört, ist in Wirklichkeit eine Veranstaltung vom 15. bis zum 20. Juli. Es ist das erste Mal, dass der Weltjugendtag in Australien stattfindet. In der Metropole werden knapp eine Viertel Millionen Dauerbesucher erwartet, beim Abschlussgottesdienst rechnet man mit 500.000 teilnehmenden Pilgern. Trotzdem kommt der Weltjugendtag nicht bei allen gleich gut an. Konservative Priester am Rande beschimpften den Weltjugendtag bereits als "gottlose Superparty".

Das Motto des diesjährigen Weltjugendtags, die nach Buenos Aires 1987 erst zum zweiten Mal auf der Südhalbkugel stattfindet, lautet "Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein." Das Zitat stammt aus der Apostelgeschichte des Lukas und ist sicher auch Papst Benedikt XVI bekannt. Papst Benedikt ist seit Donnerstag auch mit von der Partie in Sydney und sieht sich bereits mit Schwierigkeiten konfrontiert. Der Vater von zwei Vergewaltigungsopfern durch einen katholischen Priester verlangt nach einem Treffen mit dem Papst.

Die Töchter von Anthony Foster sind besonders tragische Fälle. Beide waren Opfer des Priesters Kevin O'Donnell gewesen. Emma beging Anfang des Jahres Selbstmord nach 13 Jahren Drogen- und Magersucht, Katherine war Alkoholikerin und ist seit einem Autounfall 1999 schwerstbehindert. Die Kirche hatte sich damals offiziell bei der Familie entschuldigt und eine geheime Entschädigungssumme gezahlt. Nun will Anthony Foster in seinem Gespräch mit Papst Benedikt die katholische Kirche mahnen, nicht mehr gegen Forderungen ehemaliger Opfer vorzugehen. Papst Benedikt XVI sprach bereits mehrfach mit Opfern und anderen über die Missbrauchsskandale und das Verhalten der Kirche in dieser Angelegenheit.

Außerdem hoffen beim Weltjugendtag in Sidney die Aboriginis, die australischen Ureinwohner, auf eine Würdigung. Einige kämpfen als Katholik, andere als Anhänger einer Naturreligion für die Rechte der Aboriginis. Der Einfluss ist jedenfalls deutlich merkbar, Aboriginal-motive sind sogar in die Gewänder von Kardinälen, Bischöfen und des Papstes eingearbeitet. Zum Weltjugendtag-Auftakt in Sidney nahmen schon 150.000 Teilnehmer am Dienstag an einem Rockkonzert teil, zuvor wurde eine Riesen-Messe gefeiert: 3.000 Priester, 400 Bischöfe und 26 Kardinäle nahmen daran teil. Sogar SMS mit Bibelbotschaften im Namen von Papst Benedikt XVI werden verschickt. Der Weltjugendtag in Sidney ist also keine gottlose, sondern vor allem eine moderne Party.

Quelle: diepresse.com
Bild: www.weltjugendtag.de

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