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Wen Jiabao bittet um Nachsicht für Schuhwerfer

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao, der bei einer Rede an der Cambridge Universität von einem anwesenden Studenten mit einem Schuh beworfen wurde, bat um Milde für den Täter. Wen bat in einer öffentlichen Stellungnahme die Cambridge Universität darum, den Schuhwerfer seine Arbeit an der Universität weiter fortsetzen zu lassen.

Der Stern berichtet, dass der Anlass für das Einlenken des Ministerpräsidenten Wen Jibabao ein Brief des Doktoranden gewesen ist, in dem er sich für seine Tat entschuldigte. Wen, der die Tat selbst als verabscheuungswürdig bezeichnete, nahm diese Geste wohlwollend auf. Er erklärte seine Haltung mit einem chinesischen Sprichwort, welches besagt, dass es wertvoller als Gold sei, wenn ein junger Mensch sich wandele, um einen Fehler wiedergutzumachen.

Bei dem Täter handelt es sich um den Deutschen Martin J., der am Fachbereich für Pathologie arbeitet und auch als Lehrender tätig ist. Er hatte am Montag vor einer Woche die Rede des chinesischen Ministerpräsidenten gestört, indem er die Veranstaltung offen als Skandal bezeichnete und Wen als Lügner und Diktator beschimpfte, um anschließend seinen Schuh nach Wen zu werfen. Der Schuh verfehlte den Ministerpräsidenten jedoch und Martin J. wurde von den anwesenden Sicherheitskräften festgenommen.

Trotz der Bitte Wens um eine schonende Behandlungs des Deutschen, erwartet Martin J. ein Verfahren wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Die Staatsanwaltschaft gab einen Tag nach dem Vorfall die Identität des Täters der Öffentlichkeit preis und kann bei einem vollen Schuldspruch den Angeklagten zu sechs Monaten Haft und einem zusätzlichen Bußgeld von 5730 € verurteilen. Chinas Regierungschef Wen Jiabao scheint die Schuhattacke von Martin J. jedenfalls nicht mehr übelzunehmen.

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