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Werbegag – Mobilfunkanbieter inszenierte Meteoriteneinschlag über Lettland

Die Meldung, dass am Montag ein nicht identifizierter Himmelskörper über Lettland abgestürzt sei und einen riesigen Krater hinterlassen habe, entpuppt sich jetzt als Werbegag des lettischen Mobilfunkanbieters Tele2. Das Innenministerium erwägt rechtliche Schritte gegen die Firma.

Die Nachricht schlug am Montag wie ein Meteorit ein. Über Lettland sei ein nicht identifizierter Himmelskörper gesichtet worden und hätte bei seinem Einschlag einen riesigen, 20 Meter breiten und zehn Meter tiefen Krater hinterlassen. Das meldete die russische Nachrichtenagentur Novosti. Das Gebiet sei sofort abgeriegelt worden. "Wir wissen nicht, was da eingeschlagen ist", sagte die Vizechefin der Brandschutzbehörde, Inga Vetere.

Die Internetzeitung Russland aktuell sprach sogar von Radioaktivität. Experten würden Vermessungen vornehmen. Eine radioaktive Verseuchung sei nicht ausgeschlossen. Und die Nachrichtenagentur Novosti brachte Berichte von Augenzeugen, die einen brennenden Meteoriten gesehen haben wollen.

Der Chefgeologe der Universität Riga, Girts Stinkulis, klärte das Mysterium allerdings schnell auf. "Da ist gar nichts vom Himmel gefallen und das ist die offizielle Erklärung", sagte er. Und der Geologe Dainis Ozols vermutet, dass sich jemand einen riesigen Scherz erlaubt habe, chemische Elemente benutzt und abgefackelt habe, um dann die Meldung eines angeblich eingeschlagenen Meteoriten zu streuen.

In Wahrheit steckt der lettische Mobilfunkanbieter Tele2 hinter der Aktion. Man habe die Menschen in Lettland inspirieren und der Welt zeigen wollen, dass trotz Wirtschaftskrise noch etwas kreatives und aufregendes möglich sei, sagte deren Marketingchef Janis Sprogis laut dem österreichischen Wirtschaftsblatt. Er verteidigte die Aktion als einzigartige Leistung der Kommunikationsarbeit von Tele2. Das Innenministerium möchte nun alle Verträge mit Tele2 aufkündigen. Die Firma bot aber an, für alle entstandenen Kosten aufzukommen. Der Meteoriteneinschlag in Lettland entpuppt sich also als Marketinggag.

Hier das falsche Video, das u.a. im Netz für Panik sorgte


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