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Wie alte Handys den Regenwald schützen

Der Regenwald darf nicht abgeholzt werden, das wissen wir seit vielen Jahren. Aber Profitgier treibt immer wieder Menschen dazu, die Kettensägen anzuwerfen und die Umwelt zu zerstören. Ingenieur Topher White bekam dies bei einem privaten Besuch des Regenwaldes in Borneo mit und entwarf darauf hin ein System, die illegale Abholzung zu stoppen. Alte Handys spielen dabei eine zentrale Rolle.

    Screenshot Video ted.com

Meisten Abholzungen sind illegal

Wie wichtig sein Engagement ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Abholzung des Regenwaldes den zweithöchsten Beitrag zum Klimawandel liefert. Es schädigt die Umwelt mehr als Flugzeuge, Autos, Züge, Lkws und Schiffe zusammen. Dazu kommt, dass 90 Prozent der Abholzungen illegal sind. Und genau dort will Topher White ansetzen, denn es sei ein sehr einfacher Weg, etwas gegen den Klimawandel zu tun.

Naturgeräusche im Regenwald werden gestört

Im Jahr 2011 besuchte der Amerikaner den Regenwald der Insel Borneo als Tourist. Er hörte die Geräusche der Tierwelt wie Zikaden oder Rhinozerosvögel. Allerdings fiel ihm auch ein anderes Geräusch auf, das fast unterging. Topher White identifizierte es als Kettensägenlärm. Und er war entsetzt, dass Menschen keine 100 Meter von einer Ranger Station Bäume abholzten. Er gründete ein Jahr später die Rainforest Connection, deren CEO er ist.

Mobilfunknetz ist gut ausgebaut

Auffällig sei außerdem gewesen, dass es im Regenwald zwar keine Elektrizität gäbe, dafür aber ein sehr gut funktionierendes Mobilfunknetz. Die Bewohner könnten über Facebook kommunizieren. Das brachte White auf eine Idee. Sobald jemand eine Kettensäge hört, solle er einen Alarm über das bestehende GSM-Netz an die Ranger senden, die die Abholzung dann sofort beenden.

Weggeworfene Handys sind die Lösung

Doch es stellte sich heraus, dass die Bewohner des Regenwaldes das nicht so gut umsetzen konnten. Also sammelte Topher White alte Handys, die nicht genutzt werden. Diese hätten dennoch eine Menge Sensoren, die Geräusche einfangen können. Diese wurden in eine Box gepackt und an den Bäumen befestigt. Nun gab es noch das Problem der Stromversorgung.

System funktioniert

Um die Geräte aufzuladen, wird Sonnenenergie genutzt. Um die Boxen herum wurden Solarzellen angebracht, so dass die Handys ständig aufgeladen werden. So können Sie die Geräusche einer Kettensäge bis auf einen Kilometer wahrnehmen und den Alarm senden. Insgesamt deckt jedes Handy einen Bereich von drei Quadratkilometern ab. Tests ergaben, dass das System funktioniert. Bereits am zweiten Tag der Testphase bekam Topher White eine Mail von einem Signalhandy. Erst daraufhin hätten er und seine Mitarbeiter die Kettensägengeräusche leise wahrgenommen. Die illegalen Arbeiter wurden daraufhin bei der Abholzung gestoppt und seien so beeindruckt gewesen, dass sie nie wieder aufgetaucht seien. So wurden schon viele illegale Abholzer davon abgehalten, die nie wieder im Regenwald mit Kettensägen erschienen sind. Und Menschen aus der ganzen Welt würden Topher White nun ihre alten Handys schicken, damit diese noch einen nützlichen Effekt hätten, anstatt im Müll zu landen.

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