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Wulff-Prozess könnte doch länger dauern

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Der Prozess gegen Christian Wulff zieht sich nun doch noch länger hin, als allgemein angenommen wurde, denn die Staatsanwaltschaft will noch einige Zeugen hören, um zu einem Urteil im Korruptionsverfahren gegen den ehemaligen Bundespräsidenten zu kommen - dabei geht es vor allem um Olaf Glaseker, einen ehemaligen Vertrauten von Wulff.

Mindestens zwei weitere Zeugen will das Landgericht Hannover noch in den Zeugenstand rufen. Eine Vernehmung von Glaseker scheiterte bisher daran, dass der ehemalige Sprecher von Christian Wulff sich selbst hätte belasten können und deswegen eine Vernehmung abgelehnt hat. Mit em 31. Dezember endete aber das Aussageverweigerungsreicht. Staatsanwalt Clemens Eimterbäumer sagte nun, dass Glaseker nicht mehr strafverfolgt werden kann, weil es verjährt wäre.

Richter Frank Rosenow erklärte am Dienstag, dass das Gericht nicht umhin komme, Olaf Glaseker zu vernehmen, um zu einem abschließenden Urteil zu kommen. Sollte der ehemalige Wulff-Vertraute aus wichtigen Gründen nicht zu der Vorladung erscheinen, so könne die Vernehmung auch verschoben werden. Wegen eines anderen Korruptionsfalles steht Glaseker derzeit selbst am Landgericht Hannover vor Gericht. In diesem Prozess soll übrigens Christian Wulff als Zeuge aussagen.

Während das Gericht von zwei weiteren Zeugen spricht, möchte die Staatsanwaltschaft noch mindestens sechs Vorladungen verschicken. Damit wird sich der Prozess, der eigentlich Ende Januar zu einem Abschluss hätte kommen sollen, deutlich verlängert. Auch die Assistentin von David Groenewold soll verhört werden. Groenewold hatte Christian Wulff einen Teil eines Oktoberfestbesuchs bezahlt und im Gegenzug erwartete dafür, dass der damalige Bundespräsident für sein Filmprojekt "John Rabe" wirbt und Geld eintreibt. Wulff tat ihm den Gefallen und bat in der Siemens-Spitze um Geld für den Film. Die Verteidiger von Wulff und Groenewold lehnen die Vorladungen der Zeugen übrigens ab.

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