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Zahlreiche "Babyfabriken" in Nigeria aufgeflogen

In Nigeria ist erneut eine als Frauenklinik getarnte "Babyfabrik" von der Polizei hochgenommen worden. Der Kinder- und Säuglingshandel ist ein wachsendes Problem in dem westafrikanischen Staat und die Einrichtung kam den Behörden und Nachbarn in der Großstadt Enugu schon lange verdächtig vor. Das Ausmaß dessen, was nun ans Tageslicht kam, hatte aber niemand erahnen können.

In den von der Presse nun als "Babyfarmen" oder "Babyfabriken" bezeichneten Einrichtungen werden Babies nahezu gezüchtet. Frauen bringen im Akkord Kinder zur Welt, die dann für einige Tausend Euro verkauft werden. In und um die Klinik in Enugu schien es tagsüber verdächtig still zu sein, nachts hingegen wurde sie dann lebendig. Die Razzia der Polizei zielte auf einen der größten Kinderhandel-Ringe in Nigeria ab, tatsächlich konnten nach der Aktion Teile des ganzen Netzwerks freigelegt werden. Die 20 jungen Frauen, die befreit werden konnten, waren nur ein kleiner Teil des Problems.

Die angebliche Frauenklinik war nämlich erst der Anfang, in den letzten Monaten sind in Nigeria zahlreiche solcher "Babyfabriken" enttarnt worden. Enugus Polizeichef Desmond Agu erzählt: "Als wir das Krankenhaus durchsucht haben, fanden wir vier Frauen, die schon bis zu drei Jahre in der Klinik verbracht hatten, um Babys zu züchten." In dieser Zeit sorgte ein Arzt dafür, dass die jungen Frauen die Klinik nicht verlassen konnten. Sie wurden bewusstlos gemacht und geschwängert. Derselbe Arzt lockte bereits schwangere Mädchen mit der Aussicht auf eine Abtreibung in die "Babyfabrik", um sie dann bis zur Entbindung festzuhalten. Den Frauen zahlte er umgerechnet 135 Euro und ließ sie danach gehen. Der Skandal flog auf, weil eine Frau mit einem gekauften Neugeborenen festgenommen wurde.

Die weiteren "Babyfabriken" sind als Geburtskliniken, Waisenhäuser, Obdachenlosen- und Kinderheime getarnt gewesen. Der Menschenhandel führt gezielt in späteren Organhandel, Prostitution, Zwangsarbeit und sexuellen Missbrauch, die Umsätze dieses perversen Geschäftes werden weltweit im Milliardenbereich geschätzt. Ijeoma Okoronkwo von der nigerianischen Organisation gegen Menschenhandel (NAPTIP) sagt: "Manche Kunden wissen gar nicht, dass das kriminell ist und halten es für Adoption. Sie gehen in eine Klinik, zahlen eine Gebühr und bekommen ein Baby dafür." Die kranken und geldgierigen Drahtzieher dieser "Babyfabriken" in Nigeria wussten ganz sicher, was sie da taten.

Quelle: Welt Online
Bild: hdptcar (Flickr)

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