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Zweieinhalb Wochen nach dem Erdbeben in Italien

Zweieinhalb Wochen nach dem schweren Erdbeben in Italien kamen nun erste feste Zusagen der Regierung über die Soforthilfe für die Opfer und zum Wiederaufbau der Region Abruzzen und der am stärksten betroffenen Stadt L'Aquila. Ministerpräsident Silvio Berlusconi verhält sich weiterhin wie ein Elefant im Porzellanladen.

Insgesamt kamen knapp 300 Menschen ums Leben, rund 58.000 verloren ihr Zuhause. Laut "FR Online" sind inzwischen mehr als 10.000 Gebäude von Experten überprüft worden und mehr als die Hälfte seien wieder bewohnbar. Die italienische Regierung gab insgesamt 8 milliarden Euro zum Wiederaufbau frei, davon 1,5 Milliarden Euro Soforthilfe. Familien, deren Häuser eingestürzt sind, sollen 150.000 Euro bekommen, bei der Sanierung von beschädigten Häusern will der Staat mit 80.000 Euro subventionieren. Von der EU erwartet Italien rund eine halbe Milliarde Euro.

Zur Überraschung vieler Kabinettsmitglieder will Silvio Berlusconi der kommenden G8-Gipfel, der ursprünglich auf der Inselgruppe Maddalena vor Sardinien geplant war, nun in L'Aquila abhalten. Zum einen will er dort 220 Millionen Euro sparen und den Erdbebenopfern zukommen lassen, zum anderen meint er, Globalisierungsgegner würden es nicht wagen "eine Stadt zu verletzen, die bereits vom Erdbeben geschlagen ist." Die Entscheidung sorgt dennoch für Verwunderung, weil die Vorbereitungen schon seit Monaten laufen und Berlusconi eine große Show geplant hatte. Laut "Sueddeutsche.de" hatte die Regierung bereits 316 Millionen Euro zugesagt.

Bei der Kabinettssitzung in L'Aquila gab Berlusconi nicht nur die Neuigkeiten bekannt, er zeigte erneut wenig Feingefühl im Umgang mit den Erdbebenopfern. Nach dem verbalen Fehltritt über die Zeltlager in L'Aquila lobte er dieses Mal seine eigenen Leistungen nach dem Erdbeben. Er sprach von sich selbst in der dritten Person. Der Zivilschutz habe "den Ministerpräsidenten um 03:42 Uhr geweckt." Stolz fügte er an: "Dieser wurde aktiv und bekam 44 Stunden keinen Schlaf. Das war ein persönlicher Rekord."

Die Erdbebenopfer aus den Abruzzen werden sich wohl herzlich wenig für die persönlichen Rekorde des Silvio Berlusconi interessieren, sondern eher auf einen möglichst baldigen Wiederaufbau der Region hoffen.

Bild: YouTube

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