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Zypern: Entscheidung über Rettungsplan von Regierung vertragt

Zypern geht gerade finanziell am Stock. Der Grund dafür ist, dass die Insel sehr eng mit der griechischen Wirtschaft verknüpft ist - und der griechische Staat ist ja schon seit Monaten chronisch klamm. Das wirkt sich auch auf Zypern aus. Die EU hatte einen Rettungsplan beschlossen, der aber vom Parlament in Zypern eher abgelehnt wird.

Es geht um eine Zwangsabgabe bei Sparern. Die EU will also den Bürgern selbst ans Portemonnaie, um den kleinen Staat finanziell zu retten. Die Regierung hatte 17 Milliarden Euro von der EU verlangt, die ist jedoch bereit, nur 10 Milliarden Euro für die Sanierung des Haushaltes springen zu lassen. Dazu beschloss es einen Rettungsplan. Sparer, die bis 500.000 Euro auf der Bank liegen haben, sollen 6,75 Prozent davon abgehen. Reichere dagegen werden mit 15 Prozent ihres Ersparten zur Kasse gebeten.

Das Parlament in Zypern läuft Sturm gegen diese Pläne. Eigentlich sollte am gestrigen Sonntag der Rettungsplan beschlossen werden. Doch die Abstimmung wurde verschoben und momentan auf Dienstag angesetzt. Angeblich wird am Plan noch gefeilt. Die 6,75 Prozent sollen auf drei Prozent gesenkt werden. Und es gäbe einen Freibetrag von 20.000 Euro. Damit die zyprischen Bürgern nun nicht ihr Erspartes direkt abheben, bleiben die Banken vorerst geschlossen.

Auch in der EU ist man bereit, den Plan noch einmal zu modifizieren, denn laut dem Spiegel sollen auch Abgeordnete der zypriotischen Regierung gegen diese Zwangsabgaben für Sparer sein. Doch auch aus dem Ausland dringen Gegenstimmen in due EU. Der russische Präsident Wladimir Putin hält dieses Vorgehen für "ungerecht, unprofessionell und gefährlich". Kein Wunder, immerhin lagern angeblich 19 Milliarden Dollar, das sind etwa 14,5 Milliarden Euro an Erspartem von russischen Anlegern in Zypern. Bei diesen Massen an Geld kommt immer wieder der Verdacht der Geldwäsche hoch.

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